Die aktuelle Karte umfasst 26 alkoholische und 4 alkoholfreie Cocktails.
Die alkoholischen Positionen verteilen sich auf vier Abschnitte:
- Negroni & Aperitivos 6
- The Martini Service 2
- Bubbles 7
- Signature Drinks 11
Allerdings
sind die Grenzen zwischen den Kategorien nicht immer klar.Beispielsweise befindet sich der Hillstone Crisp Martini unter den Aperitifs, während French 75, Cosmopolitan, Clover Club und andere bekannte Cocktails im Abschnitt Signature Drinks stehen.
Nach der Anzahl der Bezeichnungen und Spirituosenbasen wirkt die aktuelle Karte vielfältig.
Doch auf der Ebene des Geschmackserlebnisses tendiert ein wesentlicher Teil der Cocktails zu ähnlichen Szenarien: fruchtig-sauer, süß, floral oder leicht prickelnd.
Diese Profile wiederholen sich in verschiedenen Kategorien und auf verschiedenen Spirituosenbasen. Dadurch erfüllen einzelne Positionen eine ähnliche Funktion und konkurrieren miteinander um dieselbe Wahl des Gastes.
Trockene, bittere, rauchige und kaffeeartige Richtungen sind auf der Karte vorhanden, werden jedoch nur durch einzelne Cocktails repräsentiert.
Deutlich schwächer ausgeprägt ist die Linie komplexerer, würziger, gastronomischer und langsam zu genießender Getränke, die ein anderes Konsumszenario bieten können.
Daher sollte die Aktualisierung des Menüs nicht auf der mechanischen Hinzufügung neuer Spirituosenbasen oder Zutaten beruhen, sondern auf einer klaren Verteilung der Geschmacksrollen.
Jeder Cocktail sollte seinen eigenen Charakter haben, einer eigenen Nachfrage des Gastes entsprechen und die Karte ergänzen, anstatt ein bereits vorhandenes Geschmacksszenario zu wiederholen.
Die aktuelle Karte erinnert eher an eine Auswahl beliebter Cocktails und ihrer Variationen als an ein ganzheitliches Autorenangebot des Princess.
Der Abschnitt Signature Drinks besteht überwiegend aus bereits bekannten Cocktails.
Dadurch bildet er keinen eigenständigen Charakter des Hauses aus, obwohl gerade diese Kategorie die Visitenkarte der Bar sein sollte.
Das Problem liegt nicht nur in der Anzahl der Positionen, sondern auch darin, dass das Menü die Rolle jedes Getränks nicht immer erklärt: was ein Klassiker ist, was ein Autoren-Cocktail ist und was ein Premium-Angebot des Princess ist.
Kommerzielle und operative Logik
Premiummarken und Selbstkosten
Die Preise auf der aktuellen Cocktailkarte liegen in einer engen Spanne von 12 bis 16 €. Etwa 85 % konzentrieren sich auf nur zwei Preisstufen.
Dadurch zeigt das Menü kaum einen Unterschied zwischen einem Klassiker, einem Autoren-Cocktail und einer Premium-Präsentation.
Erforderlich: eine klare Preishierarchie schaffen:
Classic 12–13 €
Signature 15–17 €
Premium 18–22 €
Champagne Cocktails 18–24 €
Der endgültige Preis jedes Cocktails muss nach der Berechnung der tatsächlichen Selbstkosten festgelegt werden.
In einem Teil der Cocktails werden Grey Goose, Moët & Chandon, St-Germain, 1800 und Bombay Sapphire verwendet.
Ihre Verwendung kann durch den Geschmack, den Status des Getränks oder vertragliche Bedingungen gerechtfertigt sein.
Eine Premiummarke muss jedoch eine klare Rolle in der Rezeptur und Positionierung des Cocktails haben.
Erforderlich: die tatsächlichen Selbstkosten jeder Position berechnen und bestimmen, welche Funktion die Premiumspirituose erfüllt.
Dort, wo sie den Geschmack prägt, die Positionierung unterstützt oder Teil vertraglicher Vereinbarungen ist, sollte sie beibehalten werden.
Dort, wo sie lediglich die Selbstkosten erhöht, sollte ein gleichwertiger Ersatz ohne Qualitätsverlust erwogen werden.
In der Küche des Princess werden bereits aktiv Trauben, Pfirsiche, Honig, Basilikum, Pistazien, Mandeln, Zitrusfrüchte, Joghurt, Feigen, Datteln, Olivenöl, Blattgrün und Kräuter verwendet.
Ein Teil dieser Produkte ist bereits an der Bar vorhanden, doch die Verbindung zwischen Küche und Cocktailkarte wird bislang nicht systematisch genutzt.
Bei der Entwicklung neuer Cocktails sollten Produkte verwendet werden, die bereits für die Küche eingekauft werden, sofern dies geschmacklich gerechtfertigt ist und den Service nicht erschwert.
Dies kann die gemeinsame Einkaufsplanung vereinfachen, eine vollständigere Nutzung der Produkte ermöglichen, Abschreibungen reduzieren und ein ganzheitliches gastronomisches Konzept des Princess schaffen.
Das Barmenü selbst wirkt elegant und entspricht dem Stil des Hauses. Dem Gast fehlt jedoch eine einfache geschmackliche Orientierung.
Name und Zutatenliste lassen nicht immer erkennen, ob ein Cocktail trocken, süß, frisch, scharf oder stark sein wird.
Als mögliche Lösung: jedem Cocktail ein kurzes Geschmacksprofil hinzufügen, zum Beispiel:
Trocken · Mineralisch · Frisch
Fruchtig · Leicht · Prickelnd
Süß · Cremig · Dessertartig
Würzig · Warm · Aromatisch
Kräftig · Tief · Langsam
Die Kennzeichnungen Signature, New oder Low ABV werden nur dort verwendet, wo sie die Auswahl tatsächlich erleichtern; Food Pairing nur dann, wenn ein konkretes empfohlenes Gericht vorhanden ist.